| o | Es handelt sich um ein Männchen (nach Günter Degen recht geringe Größe, nach Manfred Prochnow aufgrund der tiefen Ruffrequenz). |
| o | Das Gefieder war in tadellosem Zustand, auch die Handschwingenspitzen waren nicht abgestoßen. |
| o | Der Vogel wirkte munter, vom Verhalten her "normal", keinesfalls apathisch. |
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Er hatte keine Scheu vor Menschen, auch wenn diese in Kleingruppen schräg unter ihm standen. Lediglich bei Rufimitationen fixierte er kurz den Rufer. |
| o | Gegenüber den mobbenden Krähen und Elstern verhielt er sich ruhig, maximal mit kurzem Kopfeinziehen bei zu nah herüberfliegenden Krähen. Der gewählte Aufenthaltsort bot ihm einen recht guten Schutz gegen die Attacken. |
| o | Er hatte vor nicht allzu langer Zeit einen Vogel (vermutlich Taube) verspeist (Blut an den Krallen, einzelne kleine mutmaßliche Taubenfedern an Zehen und Schnabelansatz). |
| o | Der Vogel war beidseitig unberingt; dies war bei einer Streckbewegung deutlich zu erkennen (Klemens Steiof). |
| o | Das Beingefieder war auf einer Seite oberhalb der Zehen anders strukturiert, so wie es auch bei Vögeln zu sehen ist, die zeitweise an einer Lederfessel gehalten werden (Feststellung Günter Degen). |
Es stellt sich die spannende Frage, ob es sich um einen Wildvogel oder um
einen Gefangenschaftsvogel handelt. Für beide Möglichkeiten gibt
es Indizien, und eine eindeutige Antwort wird schwer zu finden sein. Für
den Wildvogel spricht der gute Zustand des Vogels, das einwandfreie Gefieder
ohne abgestoßene Handschwingen (was aber möglicherweise bei Haltung
auf dem Block ebenso aussehen könnte), die Fähigkeit, Beute zu machen,
und die Tatsache, dass er unberingt war. Für die Gefangenschaftshaltung
spricht die geringe Scheu Menschen gegenüber und die Feststellung von Günter
Degen, dass ein Bein Spuren einer Fesselhaltung aufweisen könnte. Ferner
ist der Uhu mit ca. 1-3 Brutpaaren in Brandenburg immer noch ein sehr seltener
Vogel. Wenn es sich um einen Gefangenschaftsvogel gehandelt hat, dann kann der
Vogel nur aus illegaler Haltung stammen, denn jeder legal gehaltene Uhu muss
nach Artenschutzrecht beringt sein. Dies könnte auf einen Jäger hindeuten,
der mit dem Vogel zur Beizjagd gegangen ist. Wie der Vogel allerdings dann seine
Fessel loswurde ist unklar.
Es ist nahe liegend, dass es sich um denselben Vogel handelt, der eine Woche
zuvor ebenfalls im Bezirk Mitte festgestellt wurde, einige km entfernt. Es ist
zu vermuten, dass es sich um ein Männchen auf Partnersuche handelt, da
er recht intensiv "gesungen" hat. Denkbar, dass er deshalb häufiger
Ortwechsel vornimmt, um irgendwann auf Artgenossen zu treffen. Bei Wildvögeln
hat die Brutzeit bereits angefangen.
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