Ursprünglich an den Meeresküsten verbreitet, treten seit den siebziger Jahren immer häufiger Silbermöwen während der Brutzeit im Binnenland auf. Als Ursachen werden die Zunahme der Nord- und Ostseepopulation, die Intensivierung der Karpfenmast in den Teichgebieten und die Ausdehnung großer offener Müllkippen zu dieser Zeit angesehen. In Brandenburg datiert der erste Brutverdacht aus dem Jahr 1966, 1981 wurde der erste Brutnachweis erbracht. Inzwischen nisten jährlich bis zu 200 Brutpaare in Brandenburg, bevorzugt an den großen Teichgebieten sowie Tagebauseen.
Eine ausgewachsene Silbermöwe kann bis 60 cm groß werden und eine Flügelspannweite von etwa 145 cm erreichen. Sie wiegt bis zu 1,5 kg. Das Gefieder ist weiß, die Flügeloberseite hellgrau und die Flügelspitzen sind schwarz gefärbt. Der kräftige Schnabel ist gelb und hat unten vorne einen roten Fleck. Die Augen sind ebenfalls wie der Schnabel gelb gefärbt. Die Beine haben eine rosa Färbung. Die Jungen sind erst nach vier Lebensjahren ausgefärbt. Weibchen und Männchen unterscheiden sich nicht in der Gefiederfärbung.
Ihr Ruf klingt in etwa wie "kiu" oder "ka". In ihrem stimmlichen Repertoire hat die Silbermöwe aber auch jaulende und miauende Laute. Jungmöwen machen sich durch 'erbärmlich' wimmerndes Pfeifen bemerkbar. Wie Ringfunde und Ablesungen beringter Tiere zeigen, können Silbermöwen über 20, in einzelnen Fällen sogar über 30 Jahre alt werden. Eine in den Niederlanden beringte Möwe erreichte ein Alter von 34 Jahren und neun Monaten, eine in Deutschland beringte Möwe war 30 Jahre alt.
Zudem gehört die Silbermöwe, wissenschaftlich Larus argentatus, zu den großen Herausforderungen in der Vogelbestimmung. In den achtziger Jahren wurden auf Grund neuer Forschungen über die Systematik der Großmöwen neben der Silbermöwe die Weißkopfmöwe Larus cachinnans beschrieben. Seit 2000 ist bekannt, das es sich auch bei der Weißkopfmöwe um zwei Arten handelt, die östlich verbreitete Steppenmöwe Larus cachinnans sowie die Mittelmeermöwe Larus michahellis. Die späte Erkenntnis, dass es sich bei ursprünglich einer Art um drei Arten handelt zeigt, wie diffizil die Unterscheidungsmerkmale sind, vor allem bei noch nicht das Alterskleid tragenden Vögeln.

Inzwischen kann man an Berliner Gewässern ganzjährig, aber vor allem im Winter Großmöwen beobachten.

Der letzte Nachweis einer neuen Brutvogelart in Berlin datiert aus dem Jahr 2005. Auch hier war es eine Möwenart und zwar die deutlich kleinere Sturmmöwe, die seitdem regelmäßig als Brutvogelart entlang der Spree im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain auftritt.

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